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Dienstag, 24.10.2017

 

 

 

 

DIE SCHULE BRUCHHAUSEN

 

Objekt: Ehemalige Volksschule Bruchhausen, Bruchhauser Straße 47 und 49

 

Der 1. Bauabschnitt (Bruchhauser Str. 47) wurde 1862 (05.05.), der Anbau Bruchhauser Str. 49 (2 ½-geschossig an der Westseite, im Erdgeschoß der Klassenraum, im Obergeschoß die Lehrerdienstwohnung) im Jahre 1891 fertiggestellt.

 

Die Schüler kamen aus Bruchhausen, Trills und Hochdahl, in der ersten Zeit  auch aus dem Neandertal, ferner aus Unterbach und dem benachbarten Hilden.

 

Die Schule war also zunächst einklassig. Der erste Lehrer hieß Johann Karl Gottfried Jooß, der eine umfassende Schulchronik erstellt hat. Er trat am 02.11.1901 nach 41jähriger Tätigkeit (!) an der Schule Bruchhausen in den Ruhestand (und starb am 06.03.1923 in Uhlstädt).

 

Bei dem 1. Bauabschnitt handelt es sich um einen 1 ½-geschossigen teilunterkellerten Mauerwerksbau mit ausgebautem Dachgeschoß, der im Schema des Normalbauplanes der könglich-preußischen Regierung erstellt wurde. Der Klassenraum, dessen Fenster 1885 um 75 cm nach oben vergrößert wurden, liegt nach Südosten, daneben war die Lehrerwohnung. Der symmetrische Südwestgiebel ist durch ein abgetrepptes Relief in Backstein, das mit einer Konsole an den Ecken beginnt, gegliedert

 

Im Jahre 1867 brannte der Stammeshof Gut Bonnhaus ab. Das gerettete Mobiliar wurde in der Schule untergestellt, die zur Freude der Kinder vorübergehend geschlossen wurde („schulfreie Zeit“).

 

Die Schulräume dienten im Dezember 1939 während des 2. Weltkrieges kurzfristig auch als Quartier für deutsche Soldaten.

 

Mit dem Bau der Sechseckschule in Trills (1966) wurden die Schulbezirke neu aufgeteilt und die Schule Bruchhausen geschlossen. Die Trennung der Schüler nach Konfessionen wurde aufgehoben. Der Schulbetrieb wurde bereits 1964 im Wohnbereich Kempen in Pavillons fortgesetzt (heute Vereinsheim des Angelsportvereins Hochdahl).

 

Die ehemalige Schule Bruchhausen steht unter Denkmalschutz. Das Gebäude mit angrenzendem Garten und weiteren Nutzflächen ist Domizil des Naturschutzzentrums Bruchhausen.

 

Im 2. Weltkrieg wurden beim Angriff auf Düsseldorf einige Bomben in und um Bruchhausen abgeworfen. So fiel eine Phosphorbombe auf die Scheune von Gut Klein-Bruchhausen. Zu dieser Zeit bewirschaftete die Familie Johann Kirkes den Hof.

 

Das Schulgebäude Bruchhausen ist in seinem ursprünglichen Zustand erhalten geblieben.

 

Viele ehemalige Schüler (u.a. Karl Spickenagel, Jg. 1920, Anni Kampschulte, Jg. 1923, Christa Thomas, Jg. 1935 und Manfred Geisler, Jg. 1939) sind in Hochdahl wohnhaft geblieben.

 

Unvergeßlich sind diesen Schülern die „Plumpklos“, getrennt nach Jungen und Mädchen, die – wie damals allgemein üblich – zum unverzichtbaren Inventar einer Schule gehörten!

Noch einige Passagen aus der Schulchronik von K.G. Jooß.

 

Bevor das neugebaute Schullokal gebaut und zum Beziehen trocken war, musste die Schule noch fast zwei Jahre lang, vom Sommer 1860 bis Mai 1862, in dem jetzt zu Arbeiterwohnungen eingerichteten Hause am Trappenberg (direkt oberhalb des ehemaligen Klosters Maria Hilf) eingerichtet und gehalten werden.

 

Johann Karl Gottfried Jooß wurde zum Lehrer der ev. Schule in Bruchhausen mit einem damaligen Gehalt von jährlich 250 Talern preußisch Courant gewählt, welche aus 100 Talern Normalgehalt und 150 Talern garantierten Schulgeldes bestand. Für Lieferung der Dinte wurden dem Lehrer damals schon pro Kind und Monat 6 Pfennige gewährt, nur für Heizung allein des Schullokals 15 Taler.

 

Durch die Zunahme der Industrie in Erkrath, insbesondere durch das Hüttenwerk zu Hochdahl (ab 1851), hatte auch die evangelische Einwohnerzahl der Gemeinde Erkrath und mit ihr die Schülerzahl der evangelischen Schule zu Erkrath so zugenommen, daß gegen das Jahr 1859 das alte Schullokal der evangelischen Schule zu Erkrath die Schülerzahl nicht mehr fassen konnte. Inzwischen war schon eine neue, damals noch einklassige Schule für Schüler katholischer Konfession gemeinschaftlich mit Millrath (Bürgermeisterei Haan) zum Mitbesuch für die katholischen Kinder Millrath in Bruchhausen (Trills) gebaut worden (1856). Da fassten evangelische Interessen in Hochdahl, insbesondere die Herren Wilhelm Bünger und Julius Schimmelbusch, den Entschluß, zunächst eine Privat-Elementarschule ins Leben zu rufen, welche auch in dem früheren Büngerschen Hause (Hauptstraße 1), damals im Besitz der Bergisch-Märkischen Eisenbahngesellschaft, bis zum Sommer 1860 ungefähr ein Jahr lang untergebracht wurde.

 

Die Kosten des Schulbaus und die Aufbringung des Lehrergehalts übernahm nunmehr die bürgerliche Gemeinde Erkrath.

 

Anmerkungen:

 

Bis zur 1. kommunalen Neugliederung im Jahre 1930 (15.05.) gehörte Bruchhausen zur Gemeinde Erkrath, dann zur Gemeinde Millrath (die ab 1938 in Hochdahl umbenannt wurde). Bei der 2. kommunalen Neugliederung (01.01.1975) kam Bruchhausen wieder zu Erkrath.

 

Bruchhausen war in älterer Zeit eine Honschaft des Gerichtsbezirks und Kirchspiels Erkrath.

 

 

Erkrath-Hochdahl, im April 2007

 

Herbert Bander