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Dienstag, 24.10.2017

 

 

Uhu Projekt Bruthöhle

 

Bau einer Bruthöhle in der Sandgrube

Am 21.01/22.01 ging es für uns, die Föjler aus dem Naturschutzzentrum Bruchhausen, Karin Blomenkamp und dem Uhu-Experten Detlef Regulski, in die Sand- und Kalkgrube, um dort eine geeignete Bruthöhle für ein Uhu-Pärchen zu errichten. Schon öfter hatte man hier am Naturschutzzentrum Uhus im Wechsel rufen hören können und es wurde nun so allmählich Zeit auch einen möglichen Nistplatz für diese einzurichten.

Mittags gegen halb eins machten wir uns, ausgerüstet mit einem stabilen Blech, Schippen, Spaten, Astscheren und einem Wiedehopf, auf den in die Sandgrube. Nach kurzen Überlegungen über die genaue Positionierung der Bruthöhle, erklommen wir einen der Berge, um uns die Wände besser ansehen zu können.

Mit dem Wiedehopf schlugen/gruben wir ein Loch, in das das Blech am Ende reinpassen und als Dach, als Schutz vor Verschüttung, dienen sollte. Zur gleichen Zeit wurden auch ein paar Brombeerranken entfernt.

Zur Mittagszeit des zweiten Tages hatten wir zwei Löcher. In dem Zweiten saß das Blech perfekt.

Von jetzt an heißt es warten, ob unsere Brutplatzangebote vom Uhu-Paar angenommen werden.

27. Dez. 2014: Bauherren für Uhu-Eigenheime

Von Sabine Maguire

Mitarbeiter im Freiwilligen Ökologischen Jahr und Landschaftspfleger Detlef Regulski helfen den Tieren.

Sie schaffen mit der Heckenschere Freiraum für Uhus am Naturschutzzentrum Bruchhausen (v.l.): Paul Tamm, Pia Holthuis und Lara Schneider. Matzerath

Sie schaffen mit der Heckenschere Freiraum für Uhus am Naturschutzzentrum Bruchhausen (v.l.): Paul Tamm, Pia Holthuis und Lara Schneider.

Erkrath. Sie sind die Könige der Nacht. Und man kann es ihnen nur schwer recht machen. Das zumindest glaubt Detlef Regulski, wenn es um das Wohnambiente von Uhus geht. Der Landschaftspfleger ist jemand, der es wissen muss. Schließlich beobachtet er seit mittlerweile zehn Jahren den Lebenswandel der Nachtschwärmer in den umliegenden Steinbrüchen. Und er lässt keinen Zweifel daran, dass es die Uhu-Damen sind, die bei der Wahl der passenden Behausung ein gehöriges Wörtchen mitzureden haben. „Das Männchen macht mehrere Vorschläge, und das Weibchen entscheidet“, weiß er. Nun ist er extra angereist, um gemeinsam mit den drei jungen Leuten, die ein freiwilliges ökologisches Jahr im Naturschutzzentrums leisten,

Erst war es ein Uhu, dann kamen schon zwei

Paul Tamm (20) Lara Schneider (17) und Pia Holthuis (18), dafür zu sorgen, dass die gefiederten Herrschaften ihr Domizil an der Sandgrube in Bruchhausen aufschlagen. Aber wir wollen die Geschichte von Anfang an erzählen. Und dafür muss man schon ein paar Jahre zurückblicken. Denn das Rufen eines Uhus hat Karin Blomenkamp schon länger gehört.

„Vor ein paar Wochen waren es dann zwei Stimmen“, erinnert sich die Leiterin des Naturschutzzentrums an den Abend, als auf den üblichen Ruf plötzlich eine Antwort folgte. Da hatten sich offenbar zwei gesucht und gefunden. Und die sollen sich nun möglichst in der Sandgrube nebenan häuslich niederlassen. Damit das gelingt, haben Paul Tamm, Lara Schneider und Pia Holthuis kurzerhand entschieden, sich in ihrem freiwilligen ökologischen Jahr (FÖJ) dem Uhu-Projekt zu widmen.

Uhu-Damen haben Ansprüche an ihre Behausung

Detlef Regulski konnten sie als Experten gewinnen, der sie in Sachen „Wohnambiente“ unterstützen wird. Zwei geeignete Domizile gibt es bereits, nur mit der Einrichtung hakt es noch. Denn einfach so irgendwo einziehen wollen anspruchsvolle Uhu-Damen nun mal nicht. Deshalb wird jetzt erstmal eine Einflugschneise frei geschnitten. „Wir haben nicht viel Zeit. Die Balz ist schon seit Oktober im Gange“, drängt Detlef Regulski zur Eile. Gemütlich wird der Brutplatz allerdings erst mit einem Sichtschutz.

Und von oben darf auch nicht ständig der Sand reinrieseln. Dass in der Grube noch Sand abgebaut wird, ist aus Expertensicht kein allzu großes Problem. „Wir haben mit der Firma schon gesprochen. An der für den Brutplatz vorgesehenen Wand wird nicht mehr gearbeitet“, sagt Karin Blomenkamp.

Wenn alles gut läuft, verraten die Absolventen des Ökologischen Jahres, könnte es also in Bruchhausen bald Nachwuchs geben. Davor allerdings haben Uhu-Damen schwere Zeiten durchzustehen. „Während sie auf den Eiern sitzen, frischt das Männchen auch schon mal seine Lebensgeister mit der Nachbarin auf“, sagt Regulski.

Durch die Beobachtungen in den umliegenden Kalkwerken ist mittlerweile ohnehin bekannt, dass sich der Uhu nicht sonderlich stören lässt.

(http://www.niederberg-uhus.de)

 

 

„… und unsere Arbeit  und auch das lange geduldige Warten hat sich schließlich gelohnt …

Anfang  April entdeckten wir in der Nähe unserer Bruthöhlen das Uhuweibchen, was sich offensichtlich auf einer Sandrippe in der Steilwand zur Brut niedergelassen hat.

Nun hieß es wieder für uns geduldig sein und lange warten, denn die Brutdauer der Uhus beträgt 35 Tage …!

(Bild: Klaus Tamm)

Nahezu täglich haben wir aus sicherer Entfernung nach der Uhubrut geschaut, um den Schlupf der Küken nicht zu verpassen. Und wieder hat sich das lange warten gelohnt – Anfang Mai konnten wir erkennen, dass sich unter dem Gefieder des Altvogels etwas bewegte – drei kleine Uhuküken waren geschlüpft. 

Ende Mai bekam unsere Uhufamilie  schließlich ganz besonderen Besuch – sechs Bienenfresser suchten sich die Sandgrube  als Brutplatz aus und machten für die Vogelbeobachtung das Glück perfekt!

Zu den Bienenfressern gibt es eine eigene Projektbeschreibung LINK (Text folgt von Bernd – wir könnten schon mal einen Button anlegen und evtl. den Pressetext hinterlegen)

Den Sommer über blieb die Sandgrube für uns eines der spannendsten Biotope in Bruchhausen.

Zauneidechsen, Kreuzkröte, Sandlaufkäfer, … Bienenfresser und Uhu – was will man mehr!

Die Uhus haben schließlich ihr drei Küken großgezogen und nach einiger Zeit auch „aufgefordert“ auf eigenen Füßen und Schwingen zu leben und sich ein eigenes Revier zu suchen.

Uns bleibt nun erneut geduldig in die Nacht zu lauschen, ob  im kommenden Herbst und Winter erneut die Uhubalz  in der Sandgrube einen spannenden Ausblick auf den nächsten Sommer verspricht“.

Lara, Pia, Paul und Karin