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Montag, 23.10.2017

Leitbild Umweltbildung/Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und pädagogisches Konzept

 

LEITBILD BNE NATURSCHUTZZENTRUM

FLYER BNE NATURSCHUTZZENTRUM

 

Die  Umweltbildung des Naturschutzzentrums orientiert sich grundsätzlich an dem  Motto "NATÜRLICH Lernen". 

 

Der Schwerpunkt liegt dabei auf einem selbsttätigen Lernen in den unterschiedlichen, vielfältigen  Lebensräumen des Naturschutzzentrums, denn dieses Lernen und Erfahren  ist in  besonderer Weise dazu geeignet, bei Menschen nicht nur das Interesse an Natur-phänomenen zu wecken, sondern auch die Einsichten in ökologische Zusammenhänge zu fördern und so zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der Natur anzuleiten.

Dabei ist entscheidend, dass die Besucherinnen und Besucher des Naturschutzzentrums, im Sinne einer Bildung für nachhaltigen Entwicklung, eine Gestaltungskompetenz entwickeln, die sie zu einer Lebensweise befähigt, welche den Bedürfnissen der heutigen Generation ohne die Gefährdung der Ressourcen zukünftiger Generationen gerecht wird.

Von großer Bedeutung  ist weiterhin   die Pädagogik Maria Montessoris, welche von den Grundprinzipien Freiheit und Organisation der Arbeit getragen ist und zu selbst-organisiertem Lernen auffordert. Schülerinnen und Schüler werden bei der Gestaltung ihrer Lernprozesse unterstützt,  sie  übernehmen so Verantwortung für sich und andere und machen sich den Erfolg des eigenen Lernens und Engagements bewusst. Das Leitbild Montessoris „Hilf mir, es selbst zu tun“  unterstützt Kinder (und auch Erwachsene) dabei, aufgrund ihrer eigenen Initiative handeln zu können und ihrem Bedürfnis nach Bildung nachkommen zu können, ohne auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein.

Für den schulischen Bereich orientiert sich das Naturschutzzentrum Bruchhausen darüber hinaus  an den Lehrplänen (NRW) der Grundschule mit dem Schwerpunkt „Sachunterricht“ sowie  an den Kernlehrplänen der naturwissenschaftlichen Fächer der jeweiligen Schulformen in der Sekundarstufe  I und II.

„Aufgabe des Sachunterrichts in der Grundschule ist es, die Schülerinnen und Schüler bei der Entwicklung von Kompetenzen zu unterstützen, die sie benötigen, um sich in ihrer Lebenswelt zurechtzufinden, sie zu erschließen, sie zu verstehen und sie verantwortungsbewusst mit zu gestalten“(Quelle: Lehrplan Sachunterricht Grundschule. Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen, 2008).

„Der Biologieunterricht ermöglicht den Schülerinnen und Schülern die unmittelbare Begegnung mit Lebewesen und der Natur. Sie verstehen die wechselseitige Abhängigkeit von Mensch und Umwelt und werden für einen verantwortungsvollen Umgang mit  der  Natur  sensibilisiert.  Primäre  Naturerfahrungen  können  einen  wesentlichen Beitrag  zur  Wertschätzung  und  Erhaltung  der  biologischen  Vielfalt  leisten  und  die Bewertungskompetenz  für  ökologische,  ökonomische  und  sozial  tragfähige  Entscheidungen anbahnen und ästhetisches Empfinden wecken. Exkursionen und Freilandarbeit sollen den Biologieunterricht durch Praxisbezug bereichern und ergänzen“ (Quelle:  Kernlehrplan für das Gymnasium – Sekundarstufe I in Nordrhein-Westfalen Biologie. Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein – Westfalen, 2008).

 

Kompetenzbereiche

Die Umweltbildung im Naturschutzzentrum Bruchhausen berücksichtigt die folgenden  drei Kompetenzbereiche:

Der Kompetenzbereich Erkennen beschreibt verschiedene Fähigkeiten, Wissen zielgerichtet zu erwerben und zu nutzen, also auch den sachkundigen Umgang mit Informationen und Methoden. Hier ist es wichtig, zwischen verschiedenen Handlungsebenen (lokal-global, bzw. Individuum-Weltgemeinschaft) und Nachhaltigkeitsdimensionen differenzieren zu können. Auch das Erkennen von soziokultureller und natürlicher Vielfalt ist ein zentrales Element.

Im Kompetenzbereich Bewerten geht es um kritische Reflexion und das Erkennen und Abwägen unterschiedlicher Werte und Normen. Über die Fähigkeit zum Perspektiven-wechsel erfahren fremde Wertorientierungen eine Würdigung.

Der Kompetenzbereich Handeln steht für die Fähigkeit, Bereiche persönlicher Mitverantwortung für Mensch und Umwelt zu erkennen und anzunehmen. Komplexe Situationen und Interessenslagen erfordern die Fähigkeit, mit Ungewissheit und widersprüchlichen Ansprüchen umgehen zu können und die Fähigkeit über eine offene Kommunikation mögliche Konflikte zu klären.

Die  pädagogischen Ansätze des Naturschutzzentrums Bruchhausen orientierten sich  an folgenden Erkenntnissen:

 

  • Umweltbildung ist im schulischen und außerschulischen Bereich ein Thema von hoher Aktualität und   Lebensnähe, da die Möglichkeit  zu selbständigem Lernen am Natu-robjekt in Schule und Kita eher selten ist. Hier bietet die  Ergänzung im außerschulischen Lernraum vielfältige Möglichkeiten.
  • Dazu gehören die Freilandarbeit und damit das unmittelbare Tätigwerden in der  belebten Natur. In diesem Zusammenhang ist sie in besonderer Weise dazu geeignet, Kin-dern und auch Erwachsenen ein positives Verhältnis zur Natur sowie ein differenziertes Umweltwissen zu vermitteln. Die  Umgebung des Naturschutzzentrums wurde bezüglich dieser Kontaktmöglichkeiten kontinuierlich optimiert.
  • So entstanden ein Naturschutzgarten mit unterschiedlichen Themenbereichen, ein Päda-gogikteich mit Steganlage, eine Pädagogikwiese mit mosaikartigen Wegen,  ein Walderlebnis-Parcours im Wald, Wildbienenhäuser, zahlreiche Tiergatter, Terrarien und Aqua-rien und weitere  Natur-Begegnungsmöglichkeiten.
  • Angestrebt wird schließlich ein Umweltverständnis, das praktisch relevante „Wenn-dann-Beziehungen“ liefert und die Möglichkeit, daraus entsprechende Regeln für den Umgang mit der Natur abzuleiten (Handlungskompetenz).
  • Umweltbildung muss vom lebenden Objekt ausgehen und nicht nur enzyklopädische Fakten vermitteln, sondern auf das Verstehen von Zusammenhängen (Beziehungsgefüge), also funktional und praxisnah ausgerichtet sein.
  • Das Naturerleben bildet hierbei keine eigenständige Kategorie, sondern ist durch die Faszination, die von der Beschäftigung mit dem Lebendigen ausgeht impliziert.